Was ist PEKiP?

Das Prager- Eltern- Kind- Programm ist ein Konzept für die Gruppenarbeit mit Eltern und ihren Kindern im 1. Lebensjahr. Ziel ist es, Eltern und Babys im sensiblen Prozess des Zueinanderfindens zu unterstützen, zu begleiten und die Eltern in ihrer Erziehungskompetenz zu stärken. Die Eltern erhalten die Möglichkeit in kleinen Gruppen durch Spiel und Bewegung ihr Baby anzuregen und seine Entwicklung bewusster zu erleben.

Das Wort PEKiP ist die Abkürzung für „Prager-Eltern-Kind-Programm“. Der Zusatz „Prag“ bezieht sich auf den tschechischen Psychologen Dr. Jaroslav Koch, der in den 60er Jahren die Bewegungsanregungen entwickelte.

Dr. Koch studierte in Wien und arbeitete anschließend in einem Institut für Mutter und Kind in Prag. Er beobachtete das Verhalten von Säuglingen, die unter verschiedenen Bedingungen aufwuchsen (Familie, Krippe, Säuglingsheim) und erkannte, dass viele Kinder einen Bewegungsmangel aufwiesen und sich nicht altersentsprechend entwickelten. Er entwickelte daher verschiedene Bewegungsanregungen, um Säuglinge von Beginn an zu fördern. Diese zeigte er sowohl Müttern als auch Krankenschwestern, die in einem Säuglingsheim arbeiteten und leitete sie an, diese Übungen regelmäßig mit den Kindern durchzuführen. Es zeigte sich, dass diese Anregungen nach kürzester Zeit eine positive Auswirkung auf die Entwicklung der Kinder hatten, nicht nur im Bereich der motorischen, sondern auch der psychischen Entwicklung. Dr. Koch führte dies darauf zurück, dass die Spielanregungen das Kind zu entwicklungsadäquaten Bewegungen motivierte und der intensive Kontakt zwischen der Mutter oder Krankenschwester und dem Baby eine positive Bindungserfahrung für das Kind darstellte.

Im Jahr 1964 lernte die deutsche Psychologin Dr. Christa Ruppelt Dr. Koch bei einem Kongress in Wien kennen und war von seinen Forschungsergebnissen sehr angetan. Sie und ihre Mitarbeiter entwickelten, basierend auf Dr. Kochs Forschungen, das Konzept zu einem Gruppenangebot für Eltern und ihre Kinder weiter. Dieses wurde über einen Zeitraum von fünf Jahren in verschiedenen Einrichtungen in Deutschland erprobt und 1978 unter dem Namen „Prager-Eltern-Kind-Programm“ (PEKiP) in Familienbildungsstellen eingeführt. Zeitgleich wurde ein Fortbildungsprogramm für PEKiP GruppenleiterInnen erarbeitet. Seit 1988 ist PEKiP als gemeinnütziger Verein eingetragen. Dieser bietet auch die die Ausbildung zur PEKiP Gruppenleitern an.